Presse

Weihnachtskonzert "Gloria" am 1.12.2019

Konzertchor des Städtischen Musikvereins läutet den Advent ein

Am Sonntag, 1.12.2019 -- pünktlich zum ersten Advent -- lud der Konzertchor des Städtischen Musikvereins unter der Leitung von Juliano Suzuki dazu ein, gemeinsam die Weihnachtszeit einzuläuten. Zuvor hatte nicht nur ein Artikel in der WAZ auf das Konzert aufmerksam gemacht, sondern der Chor zusätzlich mehrere Flashmobs in der Bueraner Innenenstadt veranstaltet mit dem großen Erfolg, dass am Konzertsonntag in der Kirche St. Mariä Himmelfahrt kaum ein Platz leer blieb.

 

Den Auftakt des Konzerts bildete Antonio Vivaldis „Gloria“, das der Chor spritzig, abwechslungsreich und jubilierend vortrug. Begleitet durch ein Instrumentalensemble und aufgelockert durch Arien der Solistinnen Ava Gesell und Nadine Trefzer im Sopran sowie der Mezzosopranistin Julia Nikolajcyk führte das Werk wunderbar ins Konzert ein. Im Anschluss präsentierte der Konzertchor die „Drei geistlichen Lieder“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, in denen Julia Nikolajcyk durch gefühlvoll vorgetragenen Solopassagen bestach. Es folgten zwei Auszüge aus „Lux aeterna“ des amerikanischen Komponisten Morten Lauridsen, bei dem die Sängerinnen und Sänger des Konzertchors auch a cappella zu hören waren.

 

Anschließend wurde die Atmosphäre durch die poppigen Christmas Carols von John Rutter deutlich aufgelockert und der eine oder andere Zuhörer begann mitzuwippen, um im Anschluss bei Weihnachtsklassikern wie „Es ist ein Ros entsprungen“ und “White Christmas“ gänzlich in den Advent einzutauchen. Den Abschluss bildete “The Holy City“ von Stephen Adams, das durch das Ineinanderschmelzen aller solistischen Stimmen ein wirklicher Ohrenschmaus wurde. Über weite Strecken wurde der Konzertchor zudem von Kreiskantor Andreas Fröhling auf Orgel und Harmonium begleitet. Der Konzertchor hatte bereits im März 2019 mit Andreas Fröhling zusammengearbeitet, welcher den Chor damals einlud, die Matthäuspassion von J. S. Bach gemeinsam mit der Kreiskantorei an der Nicolai-Kirche einzustudieren und aufzuführen.

Nach Ende des Konzertteils wurde das Publikum aufgefordert, gemeinsam mit dem Chor vier bekannte Weihnachtslieder wie „Tochter Zion“ oder „O du fröhliche“ zu musizieren, was einen wunderbaren Abschluss bildete und noch einmal eine ganz besondere Verbindung zwischen Musizierenden und Zuhörern zu schaffen vermochte.

 

Wenn Sie nun als Zuhörer oder Zuhörerin so begeistert waren, dass Sie mit dem Gedanken spielen, selbst zu singen, laden wir Sie herzlich ein, vorbeizuschauen. Unsere nächste Probe findet am Mittwoch, 11. Dezember 2019 im Kontrapunkt des AvD statt. Weitere Informationen finden Sie hier.

MATTHÄUS-PASSION, 31.3.2019

EIN VIELSTIMMIGES MONUMENT

https://www.kirchegelsenkirchen.de/infos/nachrichten/artikel/ein-vielstimmiges-monument/

 

Die bewegende Aufführung von Bachs Matthäus-Passion lockte viele Zuhörer in die Nicolai-Kirche

 

08.04.2019

 

GELSENKIRCHEN – Sie gilt als ein Monument der christlichen Chormusik und als die bedeutendste Komposition, die die Leidensgeschichte Jesu zum Thema hat: Die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach. Am Karfreitag 1729 unter Leitung des Komponisten uraufgeführt, erklang sie genau in der Mitte der diesjährigen Passionszeit in der Nicolai-Kirche Ückendorf. Der Doppelchor, zusammengesetzt aus der Kantorei der Nicolai-Kirche und dem Städtischen Musikverein, passte an diesem Sonntagnachmittag gerade in den Altarraum. Die mehr als 70 Sängerinnen und Sänger wurden unterstützt von den etwa 40 Jugendlichen der Singschule der Petrikirche Mülheim und den 30 Mitgliedern des Folkwang-Kammerorchesters Essen. Kirchenmusikdirektor Andreas Fröhling leitete diese Aufführung der längsten Komposition aus Bachs Feder.

„Die Geschichte von Jesu Passion ist die Geschichte einer Hetzjagd auf einen Unschuldigen, der gefoltert und ermordet wurde, weil er sich für den Frieden einsetzte“, erklärte Fröhling dem Publikum in der komplett gefüllten Nicolai-Kirche, „Diese Erzählung soll uns dafür sensibilisieren, dass derartige Feindbilder in unserer Gesellschaft nichts, aber auch gar nichts zu suchen haben.“

Die biblische Geschichte hat der Komponist in voller Länge vertont, von dem Moment an, in dem Jesus seinen Jüngern zum ersten Mal seinen Tod ankündigt, bis zu seiner Beerdigung (Matthäus 26 u. 27). Mit verteilten Rollen wurde die Geschichte gesungen – aufgeteilt auf den Evangelisten (Tobias Glagau), Jesus (Christoph Lahme), Petrus, Judas, den Hohepriester Kaiphas, Pilatus (Hagen-Goar Bornmann) und den Chor. Die übrigen Rollen sangen Laura Kriese, Sara Bodemann, Luzia Ernst, Felix Schmidt, Jens-Martin Ludwig und Robert Hogrebe. Die insgesamt weit über 100 Gesangsstimmen sorgten für viel Klangfülle und ließen das Publikum die Kraft in dieser Geschichte unmittelbar erleben – eine mehr als beachtliche Leistung, zumal die Chöre komplett aus Laien bestanden und nur knapp drei Monate Vorbereitungszeit hatten.

Der Bibeltext wechselte sich mit frei gedichteten Arien ab, die die Geschichte kommentierten und auslegten. In einigen der Arien brillierte Heike Sierks mit der Gambe, einem sehr seltenen Streichinstrument, für das Bach gern Soloparts schrieb, obwohl es eigentlich sogar zu seiner Zeit schon veraltet war. In insgesamt 13 Chorälen brachte der Chor mal Verärgerung über Judas‘ Verrat, mal Schuldbewusstsein und mal bedingungsloses Vertrauen in Gottes Willen und Wege gleichsam im Namen des Publikums zum Ausdruck.

Alle Mitwirkenden bewiesen eine enorme Ausdauer und hielten ihr hohes Niveau bis zum Schluss. So wurde das Publikum dafür, dass es das dreieinhalbstündige Konzert durchhielt, mit einer eindrucksvollen Darbietung des Schlusschores belohnt. Eine Mischung aus Trauer über Jesu Tod und der Gewissheit, dem eigenen Tod ohne Angst entgegensehen zu können, beschloss Bachs längstes Werk.